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Im Mai 1965 reiste ich als dreijähriges Mädchen zusammen mit meiner Familie und anderen Tibetischen Familien in die Schweiz, welche fortan zu unserer neuen Heimat werden sollte. Meine Familie musste 1959 aus Tibet flüchten, um der Chinesischen Besatzung zu entfliehen.
Die Schweiz erklärte sich damals vor 40 Jahren dazu bereit 1000 Tibetern in der Schweiz eine neue Heimat zu bieten. So kam es, dass ich als eine der ersten tibetischen Kinder in der Schweiz ein neues Zuhause gefunden habe.
Beide unsere Eltern haben eine faszinierende Lebensgeschichte. Unser Vater ist ein tibetischer Lama der als Dreijähriger als Reinkarnation des 5. Dagsay Rinpoche entdeckt wurde und seine Kindheit im Kloster Chokri in Osttibet verbrachte wo er auch seine klösterliche Ausbildung erhielt.
1959 als die Chinesen das Land besetzten musste er nach Indien fliehen um nicht in Gefangenschaft zu geraten.

Unsere Mutter, Yishi Tsedön wuchs als zweitälteste von vier Kindern in Westtibet, in Chözong auf. Sie stammt aus einer angesehenen traditionsreichen Familie.
Ihr Vater, Yishi Gyurme Zatul war Verwalter des Regenten Reting Rinpoche in Lhasa.Sie war die Schwester von Zatul Rinpoche, dem Hauptlama des Klosters, wo sie als junges Mädchen zusammen mit ihren anderen Geschwistern die Klosterschule besuchte.

Nach einer langen Krankheit, die sie tapfer ertragen hat, verstarb sie am 8. März 2002.
Ihre Schönheit, ihre Tapferkeit und ihre Güte werden wir immer in unseren Herzen tragen
© Dechen Shak Dagsay 2002